Gesundheit – Worauf Du am Arbeitsplatz achten solltest!

Gesundheit – Worauf Du am Arbeitsplatz achten solltest!

Die Gesundheit am Arbeitsplatz ist ein hohes persönliches Gut und wirkt sich positiv auf Zufriedenheit, Motivation, Fehlzeiten und Frühverrentung aus. Worauf es zu achten gilt, erfährst Du hier!

Was bedeutet Gesundheit?

Die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 1946 lautet: »Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur des Freiseins von Krankheit und Gebrechen«. Häufig wird bei dieser Erläuterung bemängelt, dass sie den Begriff ebenfalls auf politische Bereiche ausweitet und einen Idealzustand zu beschreiben versucht. Daher gibt es eine Vielzahl weiterer Definitionen. So wird unter Gesundheit allgemein eine Art Gleichgewicht aller körperlichen und seelisch-geistigen Funktionen verstanden. Allerdings ist diese Ausgeglichenheit der Gesundheit ist ständig verschiedensten Bedrohungen – inneren und äußeren Faktoren und Einflüssen – ausgesetzt.

Arbeit und Gesundheit

Laut einer Studie von Statista betrug die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von allen Beschäftigten in Deutschland 34,9 Stunden im Jahr 2018 (Achtung: Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte). Da dies einen signifikanten Anteil unserer aktiven Zeit ausmacht, ist es von großer Bedeutung, dass unsere Gesundheit am Arbeitsplatz geschützt wird. Laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) umfasst die Gesundheit am Arbeitsplatz drei übergreifende Themenfelder.

  • Technischer, Medizinischer und Sozialer Arbeitsschutz
  • Erhalt und Förderung der Gesundheit (Betriebliche Gesundheitsförderung – BGF)
  • Erhalt oder Wiederherstellung der Beschäftigungsfähigkeit bis zum altersbedingten Ausscheiden (s. a. Demographischer Wandel) aus dem Erwerbsleben.

Weitere Informationen zu diesem Thema und rechtlichen Vorkehrungen vom BMAS findest Du hier. Jedoch widmen wir uns im Folgenden primär konkreten Maßnahmen, welche Arbeitgeber und Arbeitnehmer berücksichtigen und treffen sollten, um die Gesundheit am Arbeitsplatz sicherzustellen.

Schutz der Gesundheit am Arbeitsplatz- Warum das so wichtig ist?

Körperliche Gesundheit

Höhere Sicherheitsanforderungen sorgen zwar dafür, dass die Anzahl der Arbeitsunfälle in den letzten 20 Jahren merklich zurückgegangen ist. Dennoch sind einige Branchen nach wie vor häufig betroffen. Demzufolge verzeichnete die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung im Jahr 2019 insgesamt 871.547 meldepflichtige Arbeitsunfälle von Erwerbstätigen – 0,64% mehr als im Vorjahr. Davon endeten 497 für den Verunglückten tödlich. Nicht nur bedeutet dies großes Leid für alle betroffenen Personen, sondern stellt zusätzlich einen großen wirtschaftlichen Schaden dar. Da Arbeitsunfälle jeglicher Art hohe unternehmerische Verluste für die Firma verbunden mit einem zeitweisen oder vollständigen Verlust der Arbeitskraft darstellen, gilt es dies zu verhindern.

Mentale Gesundheit

Genauso wichtig ist die mentale Gesundheit der Arbeitnehmer. Das Gesundheitsministerium äußert, dass rund 50 Millionen Menschen in der EU unter seelischen Erkrankungen leiden. Aufgrund des heutigen Leistungsdenkens, welches maximale Produktivität, Flexibilität, Mobilität und Erreichbarkeit fordert, kommt vermehrt in psychosozialen Belastungen von Arbeitnehmern. Denn die Arbeit nimmt bei vielen  Betroffenen den uneingeschränkten Lebensmittelpunkt ein, sodass psychische Gesundheit und Zufriedenheit im hohen Maße zurückgestellt werden. Solche seelischen Erkrankungen haben weitreichende Folgen für Unternehmen und stellen diese vor eine Herausforderung, da mindestens die Hälfte aller Fehltage auf psychischen Stress zurückfällt. Doch gibt es Wege, wie ein Unternehmen alle Arten von psychosozialem Stress feinfühlend und organisiert ebenso handhaben kann? Geht dies genauso wie bei andere am Arbeitsplatz entstehenden Sicherheitsrisiken?

Wie ein Arbeitgeber die Gesundheit am Arbeitsplatz gewährleisten kann

Aus den oben genannten Gründen und weitreichenden negativen Folgen dieser Beeinträchtigungen der physischen und psychischen Gesundheit sollten Arbeitgeber bestrebt sein, das körperliche und geistige Wohlbefinden der Mitarbeiter am Arbeitsplatz sicherzustellen:

Die Empfehlung daher ist eigenverantwortliches, präventives Handeln. Dabei ist das höchste Gebot ein gesundes Betriebsklima zu fördern und stets über relevante gesetzliche und präventive Gesundheitsschutz-Maßnahmen informiert zu sein. Seminare der Poko-Institut GmbH bieten ein vielfältiges Angebot und reichen von Schulungen zu präventiven Möglichkeiten über die Gefährdungsbeurteilung und Optimierung der konkreten Gegebenheiten vor Ort bis hin zum Eingliederungsmanagement.

Konkrete Maßnahmen zur Förderung der physischen Gesundheit am Arbeitsplatz

Ergonomische Büroeinrichtung für Deine Gesundheit

Die Grundmisere ist durchaus bekannt: Regelmäßiges und vor allem ununterbrochenes Sitzen am Arbeitsplatz zieht diverse körperliche Beeinträchtigungen nach sich. Neben Bewegungsmangel und Rückenbeschwerden treten so auch vermehrt  Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Fettleibigkeit auf. Wenn Du sitzt, achte darauf, den Rücken aufrecht und die Arme im rechten Winkel zur Tischoberfläche zu halten. Die obere Kante des Bildschirmes befindet sich etwa auf Augenhöhe und steht rund 60 cm entfernt.

Gesundheit-Ergonomie
Stehschreibtischaufsatz - Gesundheit am Arbeitsplatz

Unsere Empfehlung für einen gesünderen und abwechslungsreicheren Worklifestyle: Raus aus dem Stuhl! Ihr Rücken mag  und braucht Abwechslung und unterschiedliche Belastung – verschiedene Körperhaltungen im Sitzen, Stehen und Gehen beugen deswegen Rückenbeschwerden vor. Daher empfehlen wir einen Stehschreibtisch-Aufsatz, der sich im Handumdrehen auf den vorhandenen Schreibtisch aufsetzen lässt. Dieser ermöglicht Dir das Arbeiten in einer ergonomischen Standposition und stärkt Dir den Rücken.

Zur ergonomischen Büroeinrichtung zählen ebenfalls ergonomische Maus, Tastatur und Computer.

2. Mehr Bewegung im Arbeitsalltag

Zu einem Wechsel von Sitz- und Standposition empfiehlt es sich, regelmäßige Pausen für Bewegung einzubauen. Das mag vielleicht zuerst einmal ineffizient klingen, aber: Wenn Telefon, Arbeitsunterlagen und Büromaterial nicht in Reichweite liegen, hat das auch Vorteile. So bist Du öfter aufgefordert, aufzustehen, um Dokumente, Unterlagen oder sonstige Arbeitsutensilien zu holen. Natürlich sollten die Wege nicht endlos sein, um den Arbeitslauf nicht permanent zu unterbrechen und zu stören. Aber wenn die Stifte, Schere und Co. weiter oben im Schrank platziert sind, dann musst Du dich zumindest regelmäßig einmal strecken und Dein Rücken wird es Dir danken. Außerdem tut es sehr gut, die Mittagspause für einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft für einen Sauerstoff-Schub zu nutzen. Zudem eignen sich kleine Dehn- und Lockerungsübungen zwischendurch, um wieder Schwung und neue Energie in den langen Arbeitstag zu bringen!

Gesundheit-Bewegung

3. Beleuchtung und Raumklima

Gesundheit-Arbeitsplatz

Aufgrund des permanenten Starrens auf den Monitor, trocknen die Augen schneller aus. Daher kann es helfen, sich ab und zu vom Bildschirm abzuwenden und die Augen zu öffnen und schließen. Dadurch wird die Tränenproduktion erhöht. Wenn die Arbeitsplatzpolitik das wünscht, können dem Kollegen auch mal Besuche abgestattet werden, anstatt des Verschickens einer Mail. Das bietet den Augen etwas Abwechslung und bietet erneut einen Beweggrund. Zudem stellt eine harmonische und blendfreie Raumbeleuchtung am Arbeitsplatz, am besten durch regulierbares Tageslicht, zusätzlich einen wichtigen Faktor für das Wohlbefinden und Deine Gesundheit dar. 21 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent gelten zusätzlich als ideal. Wichtig ist auch: Regelmäßiges kurzes Stoßlüften. Ebenso können Pflanzen das Raumklima erheblich verbessern. Mehr dazu findest du in unserem Artikel zum Thema “Büropflanzen – Kleine grüne Wunder“.

Wie Unternehmen das psychische Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter fördern oder wiederherstellen

Da die meisten psychischen Beschwerden, wie bspw. Burnout verbunden mit depressiven Gemütszuständen, mit ungünstigen Arbeitsbedingungen am Arbeitsplatz zusammenhängen, bietet ein übersichtlicher Präventionsleitfaden eine erste Hilfestellung. Ebenfalls sollten sich Arbeitnehmer in Eigenverantwortung mit potenziellen psychosozialen Risiken der Gesundheit auf der Arbeit auseinandersetzen. Es gibt eine Vielzahl an Maßnahmen und Strategien, die dabei helfen, dass psychische Erkrankungen nicht entstehen oder erkannt und schließlich abgemildert werden. Diese Betrachten wir im Folgenden:

1. Bewusstsein steigern und Arbeitnehmer sensibilisieren

Da viele Mitarbeiter häufig nicht mit den möglichen Risiken für die Gesundheit am Arbeitsplatz vertraut sind, ist es Aufgabe der Arbeitgeber das allgemeine Bewusstsein für die Thematik zu schärfen. Offizielle Besprechungen oder ausgearbeitete Richtlinien sowie der Aufruf, sich aktiv mit dem Thema Stress auseinanderzusetzen, zählen dazu. Dadurch signalisiert der Arbeitgeber zeitgleich ein größeres Verständnis, was dazu beiträgt, psychosoziale Belastungen zukünftig zu vermeiden. Außerdem sollen Mitarbeiter ermutigt werden, arbeitsbedingte Probleme offen und transparent anzusprechen.

2. Risiken für die Gesundheit am Arbeitsplatz kennen

Erst, wenn mögliche Risiken für die Gesundheit am Arbeitsplatz bekannt sind, kann präventiv dagegen vorgegangen werden. Eine Vielzahl an Faktoren zählt hierbei als Auslöser für psychosozialen Stress. Darunter befinden sich insbesondere exzessive Anforderungen, Zeitdruck, unzureichendes Mitspracherecht, ein schlechtes Arbeitsklima oder Verhältnis zum Vorgesetzten. Des weiteren sind Streitigkeiten unter Kollegen oder die Angst des Jobverlustes verwandte Gründe. Der Arbeitgeber ist daher gefordert vor allem das Augenmerk auf die Personen zu richten, die potentiell gefährdet sind. Dies ist natürlich keine einfache Aufgabe, aber Fehlzeiten oder auch vorhandenes Wissen über die private Situation eines Mitarbeiters können hierfür erste Indizien liefern. Im Zweifelsfall können hier offene und ehrliche Gespräche hilfreich sein, Risikofaktoren und Unstimmigkeiten zu erkennen und diesen gegenzusteuern.

3. Mögliche Stressfaktoren für die Gesundheit eindämmen

Abgesehen von einer gesetzlichen Verpflichtung der Arbeitgeber die psychosozialen Risikofaktoren zu minimieren, wirken sich Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter positiv auf Produktivität und Motivation aus. Daher gilt es, den Leistungsdruck auf ein realisierbares und erträgliches Maß herabzusetzen. Ebenso zählt dazu das Erstellen realistischer Zeitpläne, ein Unterstützen der Mitarbeiter in der Bewältigung ihrer Aufgaben und ein transparenter Umgang im Betrieb. Außerdem bestätigt sich immer wieder, dass ein gewisser Handlungsspielraum der einzelnen Mitarbeiter positive Auswirkungen hat. Die Möglichkeit, die Arbeit freier zu planen und zu gestalten, eröffnet mehr Raum für Kreativität, größerer Effektivität und Motivation der Belegschaft. Selbstverständlich dürfen am Arbeitsplatz psychische sowie körperliche Gewalt – körperliche Angriffe, sexuelle Gewalt oder verbale Aggressionen – nicht geduldet werden.

Achte auf Deine Gesundheit

Wie dieser Beitrag deutlich macht, ist es kein Tabuthema sich einzugestehen, dass man an einer seelischen Erkrankung leidet. Wenn Du merkst, dass Du psychosozialen Belastungen ausgesetzt bist, dann sei so mutig und frei, das zu kommunizieren. Wir hoffen, dass die aufgeführten Tipps und Maßnahmen Dir dabei helfen, Deine Gesundheit am Arbeitsplatz zu wahren.