Lebensmittelverschwendung – Mehr verwenden statt verschwenden

Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung – Mehr verwenden statt verschwenden

In den Privathaushalten in Deutschland werden jährlich pro Kopf circa 82 Kilogramm unverdorbene Lebensmittel weggeworfen. Das entspricht ca. 235€, die im Müll landen. Lebensmittelverschwendung spielt eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft. Die jährliche Wachstumsrate der Gesamtbevölkerung ist positiv. Die Kapazität der jährlich produzierten Nahrung stößt jedoch an ihre Grenzen. Deshalb warnen Umweltschützer wie zum Beispiel die Natur- und Umweltorganisation WWF davor, dass die weitere Verschwendung unserer Ressourcen zu drastischen Problemen führen kann. Doch was kannst Du dagegen tun? Und wie kannst Du Lebensmittelverschwendung verhindern?

Das Problem mit der Lebensmittelverschwendung

Weltweit hungern ca. 820 Millionen Menschen. Allein in den letzten 7 Jahren sind fast 38 Millionen Kinder durch Unterernährung und Hungersnot gestorben. Eine Studie der ,,Food and Agriculture Organization” schätzt, dass weltweit mehr als ein Drittel noch genießbarer Lebensmittel weggeworfen wird und somit riesige Mengen verschwendet werden. Die Lebensmittelverluste belaufen sich auf rund 1,3 Mrd. Tonnen pro Jahr. Davon könnte man über 2 Milliarden Menschen ein ganzes Jahr lang ernähren.
Ein weiteres Problem das mit Lebensmittelverschwendung einhergeht ist der enorme Ressourcen Verbrauch. Der übermäßige Konsum schadet unserer Umwelt. Allein 820 Liter Wasser werden benötigt bis ein Kilo Äpfel geerntet wird. Bei einem Kilo Rindfleisch sind es sogar 15.420 Liter.

Woher kommt die Lebensmittelverschwendung?

In Haushalten ist zum Beispiel oft eine fehlerhafte Kalkulation der benötigten Lebensmittel eine Ursache. Hinzu kommt die übertriebene Vorsicht bei Mindesthaltbarkeitsdaten, die dazu führt, dass viel genießbares Essen weggeworfen wird.

Einer der größten Ursachen für die extreme Lebensmittelverschwendung ist allerdings der Lebensstil in den Industrieländern. Durch den steigenden Lebensstandard, steigt auch der Anspruch an das Angebot der Supermärkte. Jeder Supermarkt und jeder Laden hat deshalb zur gleichen Zeit große Mengen an Essen im Sortiment. Und natürlich müssen die Auswahl und das Angebot vielfältig gestaltet sein. Dadurch ist mehr Nahrung vorhanden, als tatsächlich konsumiert werden kann. So landen bereits in den Geschäften riesige Nahrungsmengen, die oftmals zum Verzehr geeignet wären, im Müll.

 

Konkrete Handlungstipps gegen Lebensmittelverschwendung

 

Der Einkauf

Der einfachste Handlungstipp gegen Lebensmittelverschwendung ist bewusstes Einkaufen. Bevor man einkaufen geht, sollte man sich Gedanken machen, was man in den nächsten 2 oder 3 Tagen braucht. Mach dir vorher einen Plan, was Du in den nächsten Tagen essen willst. So kannst Du sicher gehen, ausreichend, aber nicht zu viel Essen im Haus zu haben. Viele Leute neigen aus Faulheit oder Zeitmangel dazu, Großeinkäufe zu machen. Wenn man für längere Zeiträume einkauft, besteht die Tendenz zu viel zu kaufen. Es ist schwierig einzuschätzen, wie viel Essen man tatsächlich braucht. Öfter und weniger auf einmal zu kaufen, spart zudem Zeit.

Wenn man aber für eine Gemeinschaft einkauft, wie zum Beispiel für die Familie, sollte man im Voraus abklären, was genau gebraucht wird. Dabei können zum Beispiel gemeinsame Listen helfen. Zudem solltest Du dir bewusst werden, was genau in der letzten Woche übriggeblieben ist. So kannst Du deinen Konsum nach und nach anpassen und die Lebensmittelverschwendung verringern.
Fang sofort an und mache den ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung!

Das Mindesthaltbarkeitsdatum

Oftmals wird Essen aufgrund des Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) weggeworfen. Viele Leute wissen nicht, dass das meiste Essen auch noch einige Tage und sogar einige Wochen nach dem Verfallsdatum genießbar ist. Viele schmeißen Lebensmittel ohne sie zu probieren direkt weg. Sie haben Angst sie könnten verdorben sein. Experten empfehlen aber, das Produkt zu probieren, solange keine Schimmelpilze zu sehen sind. Besonders Milchprodukte sind oft einige Monate nach dem MHD noch zum Verzehr geeignet. Zudem schmecken viele Produkte auch nach Wochen im Kühlschrank genauso gut wie frisch.

Das liegt daran, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum vom Hersteller festgelegt wird und die Bestimmungen darüber sehr frei sind. Das Datum sagt also lediglich aus, bis wann der Hersteller sich zu verantworten hat.
Lediglich unsere Angst, verdorbene Nahrung zu verzehren, hindert uns also daran, einwandfreie Produkte zu konsumieren. Das steigert leider auch die Lebensmittelverschwendung. Natürliche solltest Du nicht alles unbedenklich essen. Mache dir aber bewusst, dass sich in sehr vielen Nahrungsmitteln nicht direkt gesundheitsschädliche Keime bilden, wenn sie schon etwas länger im Kühlschrank stehen.

Wiederverwendung

Verwerte Reste so oft wie möglich. Aus fast allen Lebensmitteln kann man ein neues Gericht zaubern. Alte Brote kannst Du zum Beispiel wieder aufbacken oder zu Semmelknödeln verarbeiten. Wenn Du also doch mal zu viel gekocht hast, probiere kreative Rezepte aus. Das macht besonders in Gruppen viel Spaß.
Und falls Du dein überschüssiges Essen loswerden willst, bietet die Online-Plattform Foodsharing die Lösung. “Lebensmittel teilen statt wegwerfen” ist das Motto der Organisation. Dort kannst Du Lebensmittel kostenlos anbieten, aber auch erhalten. Das Angebot richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Händler und Hersteller. Bereits in vielen größeren deutschen Städten gibt es viele Nutzer.

Allgemein streben immer mehr Menschen einen nachhaltigen Lebensstil an. Das liegt daran, dass immer mehr Ressourcen verschwendet werden. Nicht nur Lebensmittel werden weggeworfen, sondern auch Müll wird im großen Stil produziert. Auch Zero Waste kommt deshalb immer mehr in den Trend.
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