Mikroplastik – Eine Gefahr für unsere Umwelt

Mikroplastik

Mikroplastik – Eine Gefahr für unsere Umwelt

Umweltschutz: ein Thema, das aktuell Millionen von Menschen beschäftigt und jeden Freitag tausende auf die Straßen treibt. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang immer wieder fällt, ist „Mikroplastik“. Dabei handelt es sich um winzige Kunststoffpartikel, die zum Beispiel in Kosmetikprodukten oder Zahnpasta zu finden sind. Mikroplastik entsteht jedoch auch durch den Zerfall von herkömmlichem Plastikmüll. Bei 320 Millionen Tonnen Plastik, die weltweit jährlich produziert werden (Quelle: European Bioplastics), kommt da einiges zusammen. Zur Veranschaulichung: 320 Millionen Tonnen (also 320.000.000.000 Kilogramm) sind etwa 64 Millionen Elefanten, 6.117 Mal das Gewicht der Titanic oder 23 Millionen mittelgroße LKWs. Und jetzt haben wir eine traurige Nachricht für euch:

Mikroplastik gefährdet unsere Umwelt und das nicht zu wenig.

 

Was ist Mikroplastik genau?

Mikroplastik sind kleinste Kunststoffteilchen. Sie sind fest, lassen sich nicht in Wasser auflösen und können dadurch nach Eintritt auch nicht mehr aus der Umwelt entfernt werden. Als Mikroplastik gelten jene Teilchen, die kleiner als 5mm sind, also kaum bis gar nicht mit bloßem Auge sichtbar. Dabei wird zwischen zwei Arten unterschieden: Primäres und Sekundäres Mikroplastik.

Primäres Mikroplastik wird gezielt in dieser Größe für unterschiedlichste Zwecke industriell hergestellt.

Sekundäres Mikroplastik hingegen ist zunächst Teil eines größeren Plastikstücks (manchmal als Makroplastik bezeichnet). Durch Sonneneinstrahlung, Wellenbewegung oder andere Einflüsse der Natur kommt es zum Zerfall dieses Plastikstücks. Die winzigen Partikel, die sich bei diesem Prozess ablösen nennt man dann eben sekundäres Mikroplastik.

Mikroplastik wurde bisher noch nicht ausreichend erforscht und auch im Hinblick auf seine Definition sind sich Wissenschaftler nicht einig. So erweitern einige Umweltverbände die Definition beispielsweise durch flüssige oder gelartige Kunststoffe.

Was macht Mikroplastik so gefährlich?

 

Langlebig, hartnäckig und winzig

 

Gerade haben wir festgestellt, dass diese Kunststoffteilchen so klein sind, dass man sie fast nur unter dem Mikroskop erkennen kann. Was kann daran denn so schlimm sein?

Zunächst einmal möchten wir betonen, dass es sich um Kunststoffteilchen handelt und wie die Bezeichnung „Kunststoff“ bereits impliziert, handelt es sich hierbei nicht um etwas Natürliches, von der Umwelt Hervorgebrachtes, sondern um etwas künstlich Hergestelltes, das da eigentlich gar nicht hingehört. Nun sind diese Teilchen so klein und leicht, dass sie in Windeseile große Distanzen überwinden können. Inzwischen wurde an verschiedensten Orten der Welt Mikroplastik in Proben nachgewiesen. Von der Meeresoberfläche bis in die Tiefsee, in der Luft und darüber wiederum sogar im Schnee (Quelle: Alfred-Wegener-Institut). Hinzu kommt, dass Plastik unterschiedlichsten Umwelteinflüssen Stand hält. Es ist nicht biologisch abbaubar und selbst Bakterien können es nicht zersetzen (Quelle: Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde).

Mikroplastik ist also außerordentlich hartnäckig. Oft hört man, dass es vor allem in Gewässern zu einer erheblichen Gefahr werden kann. Was ist damit genau gemeint?

Einfluss auf Mensch und Tier

 

Stellt euch einmal ein großes, weites Meer vor. Hypnotisierendes Rauschen, schaukelnde Wellen, blaues Endlos. Was wir jedoch nicht sehen: Im Wasser schwimmen vereinzelt, für das bloße Auge unsichtbare, Umweltgifte umher. Die Oberflächenbeschaffenheit von Mikroplastik ist ideal, damit diese Gifte sich an das Kunststoff anheften – sie werden regelrecht davon angezogen. Forscher fanden heraus, dass die Konzentration von Giftsubstanzen an den kleinen Teilchen um ein Vielfaches höher ist, als im restlichen Wasser. Zählt man auch flüssige, im Wasser lösliche Kunststoffe zum Mikroplastik hinzu, dann muss davon ausgegangen werden, dass einige von ihnen selbst bereits giftige Stoffe enthalten, die im Wasser dann freigesetzt werden (Quelle: BUND).

Meeresbewohner aber auch kleinste Organismen nehmen das Mikroplastik unter anderem über ihre Nahrung auf. Dadurch nehmen sie auch die schädlichen Stoffe auf, die im Kunststoff enthalten sind. Diese Stoffe werden wiederum im Magen-Darm-Trakt der Tiere und Organismen wieder freigesetzt und können ihnen so schaden. Die Folgen können variieren: Veränderungen des Gewebes, Entzündungen, innere Verletzungen bis hin zum Tod (Quelle: BUND). Kleine Lebeweisen stehen häufig auf dem Speiseplan größerer Lebewesen. Gelangen die Kunststoffpartikel ins Verdauungssystem der einen, landen sie dadurch nicht selten in der Nahrungskette der anderen. Forscher und Forscherinnen warnen: Je kleiner ein Plastikstück ist, desto eher wird es von Tieren und Organismen im Meer aufgenommen. Und ist es einmal im Wasser, bekommt man es nicht wieder heraus.

Inzwischen geben verschiedene Forscher und Forscherinnen an, auch in unserem Trinkwasser Mikroplastik nachgewiesen zu haben. Bei der Beantwortung der Frage, ob das und wenn ja welche Auswirkungen das auf den menschlichen Organismus hat, sind sie sich noch unsicher. Die Auswirkung von Mikroplastik auf Menschen ist bisher nur wenig erforscht und deshalb kaum bekannt (Quelle: BUND). Bisher wird vermutet, dass der Körper mit seinen eigenen Mechanismen dafür sorgt, dass wir das Plastik nicht in unser Gewebe aufnehmen und dadurch sicher vor Entzündungen oder ähnlichen Unannehmlichkeiten sind. Bestätigt sind diese Vermutungen bisher allerdings noch nicht (Quelle: Quarks.de). Das heißt: Abwarten.

 

Wie gelangt das Mikroplastik überhaupt in unsere Umwelt?

 

Wir wissen jetzt, was Mikroplastik eigentlich ist und wieso es so gefährlich ist. Nun möchten wir uns der Frage widmen, wie das Mikroplastik überhaupt in unsere Umwelt gelangt. Die 5 wichtigsten Wege des Kunststoffes in die Umwelt haben wir hier für euch zusammengefasst:

 

  1. Reifenabrieb

    Er ist die größte Quelle für Mikroplastik. Die Kunststoffpartikel werden entweder direkt in die Luft abgegeben oder bleiben zunächst auf der Straßenoberfläche. Beim nächsten Regen oder Wind werden sie dann entweder aufgewirbelt und weggetragen oder zum nächsten Abfluss geschwemmt. Darüber gelangt das Mikroplastik wiederum entweder direkt in naheliegende Gewässer oder in eine lokale Kläranlage. Kläranlagen können die Kunststoffteilchen jedoch nur unzureichend aus dem Wasser herausfiltern.

  2. Textilien

    Durch das Waschen von synthetischen Kleidungsstücken (z.B. Nylonstrumpfhosen, Fleecejacken oder Shirts aus Polyester) können sich feinste Plastikstückchen lösen und ins Abwasser gelangen, da diese Teilchen so klein sind, dass unsere Waschmaschinen sie nicht filtern können. Auch sie gelangen dann über Kläranlagen in Flüsse und Meere.

  3. Kunstrasen

    Kennt ihr diese kleinen Kügelchen, die man auf Fußballfeldern und anderen Kunstrasenplätzen überall auf dem Boden findet? Sie sorgen dafür, dass die Bälle die richtige Dynamik während des Spiels erhalten. Gleichzeitig schaden sie aber auch der Umwelt. Über die Schuhe und Kleidung der Spielerinnen und Spieler werden die Kunststoffbällchen nach dem Training vom Rasen und hinaus in die Welt getragen. Beim Reinigen der Kleidung gelangen sie ins Wasser, wenn sie nicht bereits direkt mit dem Wind vom Platz geweht wurden.

  4. Kosmetikprodukte

    Auch wenn der gezielte Einsatz kleiner Plastikteilchen in Kosmetika in den letzten Jahren nachgelassen hat, so gibt es heute immer noch eine Vielzahl an Produkten, bei denen wir uns über den Zusatz von Kunststoffen in unterschiedlichster Form gar nicht bewusst sind. Während die festen Kügelchen vor allem in Peelings und Duschgels zu finden waren (und immer noch sind), wird flüssiges oder gelartiges Mikroplastik unter anderem zur Herstellung von Shampoo, Sonnencreme, Lippenstift oder Make-Up verwendet. Falls ihr keine Lust auf Mikroplastik in euren täglichen Reinigungs- oder Schminkprodukten habt, solltet ihr beim Kauf auf folgende Inhaltsstoffe achten:

  • „Polyethylen“ (PE)
  • „Polypropylen“ (PP)
  • „Polyamid“ (PA)
  • „Polyethylenterephtalat“ (PET)Produkte, die diese Stoffe enthalten, enthalten immer auch Mikroplastik. Und wer auf Nummer Sicher gehen möchte und auch auf flüssige Kunststoffe verzichten will, der hält sich am besten generell von den folgenden Substanzen fern:
  • Acrylate Copolymer (AC)
  • Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12)
  • Polyacrylate (PAK)
  • Polymethylmethacrylate (PMMA)
  • Polyethylene (PE)
  • Polyethylenterephthalate (PET)
  • Polypropylene (PP)
  • Polystyrene (PS)
  • Polyurethane (PUR)
    (Quelle: Utopia.de)
  1. Klärschlamm

    Wie ihr inzwischen wisst, gelangt das Mikroplastik über unsere Kanalisation in die Kläranlagen und von dort aus in Flüsse und Meere. Doch ein Teil der Kunststoffpartikel bleibt im Klärschlamm zurück. Damit ist der braune, mineralstoffreiche Brei gemeint, der bei der Reinigung von Abwasser übrig bleibt. Dieser eignet sich hervorragend als Dünger und landet deshalb massenhaft auf deutschen Feldern und mit ihm eben auch das Mikroplastik, das dadurch in unsere Böden gelangt (Quelle: Quarks.de). Von da aus wird es mit dem nächsten Hochwasser dann ebenfalls wieder in Flüsse und Meere transportiert. Du merkst, es gibt nicht wirklich viele Möglichkeiten, um die kleinen fiesen Teilchen aufzuhalten. Oder doch?

 

So können wir Mikroplastik in Zukunft vermeiden

 

Die Naturschutzorganisation WWF liefert auf ihrer Website 4 Stränge, die zur Lösung des Mikroplastik-Eklats verhelfen könnten. Wir möchten euch diese 4 hier kurz auflisten:

 

  1. Weniger Makroplastik in der Umwelt = weniger sekundäres Mikroplastik in der Umwelt
  2. Anpassung und Verbesserung von Produkten = weniger sekundäres Mikroplastik in der Umwelt
  3. Verzicht, Kontrollen und Alternativen = weniger primäres Mikroplastik in der Umwelt
  4. Ausbau der Forschung und verbessertes, vereinheitlichtes wissenschaftliches Vorgehen = neue Lösungsansätze

 

Wenn ihr wissen möchtet, was der WWF vorschlägt, um an diesen Strängen zu ziehen, dann könnt ihr seine Empfehlungen hier im Detail nachlesen.

 

Null Bock auf Plastik

 

Wir von Standsome wollen ehrlich mit euch sein: So komplett können wir Plastik leider noch nicht umgehen. Wir möchten aber einen Schritt in die richtige Richtung gehen. Deshalb sind unsere Stehschreibtische aus nachhaltigem Pappelholz gefertigt und werden plastikfrei verpackt. Für jeden verkauften Standsome wird außerdem ein Baum im philippinischen Regenwald gepflanzt. Das tut nicht mal weh – im Gegenteil: wir machen das gerne. Der Umwelt zuliebe.

 


Erfahrt hier mehr über den Verein Life-Giving-Forest eV, mit dem wir zusammenarbeiten.

Hier könnt ihr euch über das Thema Lebensmittelverschwendung informieren.

Tipps und Tricks, wie ihr euren Alltag plastikfrei gestalten könnt, erhaltet ihr hier.