Multitasking = Effizienz? Wir räumen mit dem Mythos auf

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Multitasking = Effizienz? Wir räumen mit dem Mythos auf

Effizientes und produktives Arbeiten. Das Ziel aller und die Anforderung an alle. Multitasking ermöglicht genau das auf der höchstmöglichen Ebene.
Falsch! Langsam geht es dem Alleskönner „Multitasking“ an den Kragen.
Der Ansatz der gesteigerten Produktivität ist gänzlich falsch. Das Gegenteil ist nämlich der Fall.

Ist Multitasking wirklich effizient?

Das menschliche Gehirn ist nicht dafür ausgelegt, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Wir können unseren Fokus immer nur auf eine Tätigkeit richten. Ansonsten sind wir nicht mehr fokussiert und machen die Aufgaben nur halbherzig. Und es geht noch weiter – Multitasking ist sogar schädlich für’s Gehirn. Es entsteht ein falsches Gefühl und man denkt, man hätte viel geschafft. Da wir aber nicht ständig zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her wechseln sollen, bleibt immer ein kleiner Rest Aufmerksamkeit zurück.

An der University of London fanden Forscher heraus, dass ständiges Multitasking „verdummt“. Die Studie zeigt, dass die Qualität der erledigten Aufgaben ungefähr der entsprachen, als hätten die Probanden eine Nacht durchgemacht. Trotzdem denken die Probanden selbst, sie hätten mehr geleistet als andere. Doch die ernüchternde Bilanz: Sie arbeiteten auf einer viel niedrigeren kognitiven Ebene. Du solltest also doch lieber auf Deine mentale Stärke und Deine Konzentrationsfähigkeit setzen!

5 Gründe, weshalb Multitasking kein positives Ergebnis erzielt

1. Man verliert den Fokus

Erledigt man zwei Dinge auf einmal, wird eins davon immer den Kürzeren ziehen. Wir können nicht zwei Aufgaben die gleiche Aufmerksamkeit schenken. Versucht man etwas für die Arbeit zu schreiben und währenddessen die Nachrichten zu schauen, wird man entweder einige Infos der Nachrichten nicht aufnehmen, oder man schreibt Unsinn.

Hast Du schon mal während des Ausparkens das Radio leise gedreht? Dann hast Du dabei wohl selbst gemerkt, dass Deine Aufmerksamkeit höher ist, wenn Du Ruhe hast.

2. Gesundheitliche Schäden

Es besteht die Gefahr, dass Multitasker bleibende Schäden davontragen. In einer weiteren Studie wurden Gehirne mithilfe von MRI-Scans durchleuchtet. Dabei sah man, dass die Gehirnbereiche, die Empathie und Emotionen steuern, bei Multitaskern eine geringere Dichte als bei Nicht-Multitaskern aufwiesen.

3. Stress

Durch das ständige “Hin- und Herswitchen”, erhöht sich das Stresslevel. Man ist kontinuierlich verschiedenen Reizen ausgesetzt, die das Gehirn verarbeiten muss. Dadurch steigt der Spiegel des Stresshormons Cortisol. Auf Dauer könnte diese erhöhte Hormonproduktion chronisch werden.

4. Unproduktivität

Die Vorstellung, man sei durch grenzenlose Produktivität gepriesen, ist leider eine rein subjektive Wahrnehmung. Durch den Konzentrationsverlust sinkt die Qualität der Arbeit und dadurch logischerweise auch die Produktivität. Das ist in etwa so, als würde man einen Stau umfahren aber die Strecke dadurch erheblich verlängern. Das Vorankommen fühlt sich besser an, als weiter im Stau zu stehen, früher an kommt man aber nicht.

5. Geringere Gehirnkapazität

Durch den ständigen Kontextwechsel gewöhnt man sich daran, immer nur halb bei einer Tätigkeit zu sein. So ist eine gewisse Kapazität im Gehirn immer für andere Inhalte reserviert. Diese Halbherzigkeit führt dazu, dass Informationen schneller vergessen werden.

Multitasking

Wie durchbricht man als geborener Multitasker nun diesen Kreislauf?

Zunächst solltest Du Dir Prioritäten setzen! Welche Aufgaben sind besonders wichtig und welche haben noch Zeit? Arbeitet man die Liste chronologisch ab, verhindert man den stetigen Wechsel.

Außerdem hilft es enorm, sich frei von Ablenkungen zu machen. Zum Beispiel indem Du feste Zeiten einplanst, zu denen Du Ablenkung bewusst zulässt (beispielsweise bei Routineaufgaben) und Zeiten, während denen das Handy aus ist, Du weder Anrufe noch Telefonate beantwortest und Deine Tür einfach mal zu lässt. Den wichtigen und schwierigen Aufgaben kann man so seine volle Konzentration schenken. Diese Art der Arbeit nennt man übrigens „deep work“.

Konzentrationsorientiertes Arbeiten kannst Du zusätzlich unterstützen, wenn Du Deinen Kreislauf ankurbelst. Dauerhaft zu sitzen ist nämlich auch nicht wirklich gut für das Gehirn. Seine Arbeit im Stehen zu verrichten, ist eine gute Alternative. Super dafür geeignet ist ein Stehschreibtischaufsatz mit dem Du sogar draußen an der frischen Luft perfekt arbeiten kannst.

Durch Training dem Multitasking entkommen!

Der Angewohnheit Multitasking entkommt man nicht von Heute auf Morgen. Kontinuierliches Training liefert Erfolg. Die Fähigkeit, ohne Ablenkung arbeiten zu können, erfordert viel Übung. Man muss nicht ständig für alles und jeden erreichbar sein. Schalte das Arbeitshandy nach der Arbeit bewusst aus und komm runter. Wenn Du dauerhaft darauf achtest, die Erreichbarkeit in Maßen zu halten und die Aufgaben nacheinander zu erledigen, bist Du auf dem besten Weg zu wahrer Produktivität! 😉

Wichtig: Du musst nicht alles gleichzeitig erledigen oder einfach mehr arbeiten. In erster Linie solltest Du vielmehr lernen, wie Du smarter arbeiten kannst. So vermeidest Du Stress und Burnout, kannst Prokrastination vorbeugen und bessere Ergebnisse erzielen.

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