Nachhälter – Was ist das? Und welche Verpackungsalternativen gibt es noch?

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Nachhälter – Was ist das? Und welche Verpackungsalternativen gibt es noch?

In der ProSieben-Show „Das Ding des Jahres“ wurde im Februar 2020 der sogenannte Nachhälter vorgestellt und ist seitdem in aller Munde. Hier erklären wir Dir, was genau dahintersteckt und warum diese Verpackungsalternative so interessant ist. Außerdem stellen wir Dir neben dem Nachhälter noch weitere innovative und plastikfreie Verpackungsmöglichkeiten vor.

Ein Nachhälter ist ein transparenter Folienbeutel, der aus Holz besteht. Genauer gesagt besteht er aus Holzabfällen aus der Forstwirtschaft. Die Folie, die durch den Einsatz von Säure und Lauge entsteht, sieht aus wie Plastik, ist im Gegensatz dazu aber biologisch abbaubar. Das bedeutet, Du kannst diese Verpackung einfach auf dem Kompost oder im Altpapier entsorgen. Nach wenigen Wochen hat sich die Folie dann komplett zersetzt. Somit ist – anders als bei den sonst üblichen Biokunststoffen – keine industrielle Kompostierung notwendig.

Was sind die Vor- und Nachteile des Nachhälters?

Somit ist ein bedeutender Vorteil die biologische Zersetzung der Folie in der freien Natur. Darüber hinaus ist die Herstellung des Nachhälters um einiges energieeffizienter als die von Plastik.

Es gibt jedoch auch einen Nachteil der plastikfreien Folie. Die Kompostier- und Recyclinganlagen könnten das Material nicht richtig erkennen und es folglich aussortieren und der thermischen Verwertung zuführen. Dieses Restrisiko kann nicht ganz vermieden werden, wobei der Nachhälter dann zumindest klimaneutral verbrannt werden würde, da er aus Bio-Rohstoffen besteht.

Wodurch wurde diese Verpackungsalternative bekannt?

Das Ehepaar Edna Kleber-Belizário und Christoph Kleber aus Wasserburg am Inn hat über drei Jahre an einer plastikfreien Verpackungsalternative geforscht. Immer wieder wurden neue Sachen ausprobiert und diese weiter ausgearbeitet, bis sie den Nachhälter fertig gestellt haben. In ihrem eigenen Shop Grünkunft verkauft das Ehepaar plastikfreie Bio-Lebensmittel und verpackt die eigene Ware bereits mit dem Nachhälter. Anfang des Jahres 2020 waren die Erfinder dann in der ProSieben-Fernsehshow „Das Ding des Jahres“ zu Gast und haben ihre neue Verpackungsidee vorgestellt. Die Innovation kam so gut bei der Jury und dem Publikum an, dass der Nachhälter als Sieger aus der TV-Show ging.

Welche plastikfreien Verpackungsalternativen gibt es neben dem Nachhälter noch?

Zum Glück tut sich etwas bei den Möglichkeiten für plastikfreie Verpackungen. Hier stellen wir Dir weitere nachhaltige Alternativen vor:

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Pilze als Alternative für Styropor

Besonders zum Versenden von Ware wird oftmals Styropor verwendet und ist somit eines der meist genutzten Verpackungsmaterialien. Da der Kunststoff biologisch nicht abbaubar ist, stellt er für die Umwelt eine große Gefahr dar. Das amerikanische Unternehmen Ecovative hat eine umweltfreundliche Alternative zu Styropor gefunden. Mit einem speziellen Verfahren stellen sie durch den Einsatz von Pilzen und biologischen Abfällen innovative Verpackungen in beliebigen Formen her. Das abbaubare Material eignet sich besonders für den Postversand und bietet auch Optionen für weitere Branchen.

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Zuckerrohr als Ersatz zu Polyethylen aus Erdöl

Auch für Etiketten gibt es eine natürliche Alternative, die von Avery Dennison vorgestellt wurde. Er hat eine biobasierte PE-Folie (Polyethylen) aus Zuckerrohr Ethanol hergestellt. Die physikalischen und mechanischen Eigenschaften des Materials gleichen dem herkömmlichen PE aus Erdöl. Und auch die Verarbeitung und das Recycling sind ähnlich, weshalb die Umstellungen der Verpackungs- und Etikettierungsprozesse gering sind.

Innovative Verpackungsalternative aus Milchproteinen

Mithilfe von Milchproteinen lassen sich Lebensmittel ebenfalls plastikfrei verpacken. Peggy Tomasula hat eine Verpackungsfolie aus Milch hergestellt, die essbar und biologisch abbaubar ist. Aufgrund der essbaren Eigenschaft könnte sie auch beispielsweise als Verpackung für Suppen benutzt werden und bei der Zubereitung der Suppe mit erhitzt werden. Dieses Konzept wird voraussichtlich in den nächsten Jahren komplett marktreif sein.

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Schutzhaut aus Algen

Die Verpackungen des britischen Start-Ups Ohoo sind aus Seetang hergestellt und können für flüssige Nahrung eingesetzt werden. Das Prinzip ist vergleichbar mit der Haut einer Traube, die wie ein dünner Schutzfilm um die Frucht liegt. Ähnlich legt sich auch die Folie aus Seetang um die Flüssigkeit. Außerdem ist das Material essbar und biologisch abbaubar. Dadurch dass diese Verpackungsalternative in der Herstellung sehr günstig ist, könnte sie schon bald unsere Plastikflaschen ersetzten.

Fazit

Es tut sich also viel in der Forschung für plastikfreie Verpackungsalternativen. Teilweise müssen die Konzepte noch marktreif werden und darüber hinaus auch von der Industrie angenommen werden. Das kann noch eine Weile dauern. Hier ist jedoch auch jeder kleine Schritt in eine nachhaltige und plastikfreie Welt von Bedeutung!

Wir bei Standsome finden es natürlich auch wichtig, den Plastikkonsum zu verringern und versuchen damit gleich bei uns selbst anzufangen. Komplett können wir leider noch nicht auf das Material verzichten. Unseren Stehschreibtisch aus Holz versenden wir jedoch bereits ganz ohne Plastik.