Nudge – kann man das essen?!

Nudge - Entscheidungen treffen

Nudge – kann man das essen?!

Nudge – kann man das essen? Könnte man vermuten. Der Begriff ähnelt doch sehr der englischen Bezeichnung für Nüsse, also „Nuts“.
Statt um Nahrungsmittel handelt es sich beim Ausdruck “Nudge” jedoch um das „Anstupsen“, was Sie vielleicht von Facebook kennen.
Beim „Anstupsen“ geht es in unserem Fall darum, dezent in eine Richtung zu weisen oder auf einen Entscheidungsweg aufmerksam zu machen.

Um was geht es denn nun?

Einigen von euch ist der Begriff „Nudge“ möglicherweise auch aus dem 2008 erschienenen Buch „Nudge. Improving Decisions About Health, Wealth, and Happiness“ bekannt. Dieses wurde vom Verfassungsrechtler Cass R. Sunstein und dem Ökonom und Professor Richard H. Thaler verfasst.
In dem Buch sprechen Sunstein und Thaler an, dass wir keine unserer Entscheidungen neutral treffen. Denn jeder von uns trifft meist die schlechtere Entscheidung, wenn wir die Wahl haben. Außerdem zeigen die Autoren beispielhaft, wie wir uns richtig verhalten können, ohne uns in unserer Wahl einschränken zu müssen.

In der New York Times formuliert Thaler zusätzlich drei Grundsätze, die beim „Nudging“ zu beachten sind:

  • Alle Nudges sollten transparent und nicht irreführend sein.
  • Es sollte so einfach wie nur möglich sein, auf Grund des Nudges eine Entscheidung zu treffen.
  • Es liegen gute Gründe zur Annahme vor, dass die Betroffenen von dem Verhalten, zu dem sie durch das Nudge animiert werden, profitieren.

Du allein entscheidest

Entscheidungen treffen am ScheidewegBeim Nudging soll es nicht darum gehen, anderen die Entscheidung vorweg zu nehmen. Es geht vielmehr darum, die Menschen in die „richtige“ Richtung zu leiten.
Nudging ist also ein „Wegweiser“, der Entscheidungsträger auf die rechte Bahn „stupst“.

Oft kommt es nämlich vor, dass wir dazu neigen, Entscheidungen irrational und instinktiv zu treffen. Wir wägen also nicht verschiedene Verhaltensoptionen gegeneinander ab und entscheiden uns für die, die am sinnigsten erscheint.
Im Gegenteil: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und auf diese Weise treffen wir auch unsere Entscheidungen. Wir tun das, was wir gewohnt sind zu tun.

Und hier kommt Nudging ins Spiel: Ein kleiner Schubs in die richtige Richtung bewegt uns dazu, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das Ganze soll jedoch unbewusst geschehen, sodass wir uns aus scheinbar freien Stücken zu gewissen Verhaltensweisen entscheiden.

Das wohl bekannteste Beispiel ist die Essenswahl in Kantinen. Ist das Obst leichter zu erreichen, da es zum Beispiel auf Augenhöhe platziert ist, greifen wir hier eher zu, als zu den Süßigkeiten.
Das erscheint vollkommen logisch, da das Obst in diesem Fall das Erste ist, was wir zu sehen bekommen, wenn wir hungrig sind.
Die veränderte Anordnung drängt uns jedoch weder dazu, uns für die gesündere Variante zu entscheiden, noch schränkt sie uns in der Vielzahl der uns offenstehenden Optionen ein.

Nudge goes digital

Analoge Prozesse gelten mittlerweile als überholt. So wird auch das Nudging im analogen Bereich zunehmen durch digitales Nudging ergänzt. Digitales Nudging spielt sich auf privater Ebene ab, durch Apps wird „genudged“ was das Zeug hält! Ständig stupsen wir andere an – und werden selbst angestupst.
Dabei kann man auch schnell mal den Überblick verlieren, wird doch heutzutage alles getrackt, überprüft und dokumentiert. So protokollieren wir täglich unseren Schlafrhythmus, Gewicht, Ernährung, Aktivität, etc.
Unsere bisher erzielten Erfolge und zukünftige Ziele teilen wir dann mit anderen, die so in eine bestimmte Richtung “genudged” werden.

Die staatliche Komponente

Auch im Bereich der Politik trifft man auf Nudges, die man vorher womöglich gar nicht als richtungsweisend empfunden hat.
Denke doch nur mal an die Schockbilder und Warnhinweise auf Zigarettenschachteln. Oder an die Organspende, die beispielsweise in Österreich automatisch bejaht wird, es sei denn man erklärt ausdrücklich, dass man nicht einverstanden ist.
Vorteile dieser Regierungsführung sind, dass die Entscheidungsfreiheit erhalten bleibt, da es keine ausdrücklichen Verbote gibt. Außerdem spart das Unterlassen von Durchsetzungsmaßnahmen wesentliche Kosten ein.

Einfach – simple – genial

Wie simple und effizient Nudging im Bereich Industrie und Wirtschaft sein kann, macht uns Apple schon seit Jahren vor! Dadurch, dass alle Produkte aufeinander abgestimmt sind, ist es es für den Nutzer wesentlich einfacherer lediglich Apple-Produkte zu nutzen. Es ist attraktiver, sich vollständig nur mit Apple auszurüsten. Das regt den Verbraucher zum Kauf von Apple-Produkten an, obwohl er die Wahl hat, sich anders zu entscheiden.
Ein weiteres Beispiel ist versteckte Werbung im Fernsehen und Online. Hier ist auch wieder Apple zu nennen. Man sieht in unzähligen Filmen einen Mac oder ein iPhone. Die Charaktere haben hingegen seltener ein Handy von anderen Herstellern.

Work-Life-Style

Auch unser Experte Captain Standsome praktiziert das “Nudging” und möchte Dich mit seinen Blogposts zu einem gesunden Lifestyle und einer aktiven Lebensweise animieren.
Und um noch einen Nudge drauf zu setzen, geht es hier entlang zu unseren Standsome-Stehschreibtischen, mit denen Du ganz einfach und überall eine gesunde Kombination zwischen Arbeiten im Stehen und im Sitzen schaffen kannst.

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