Der Regenwald – die grüne Lunge unserer Erde

Regenwald

Der Regenwald – die grüne Lunge unserer Erde

Regenwälder werden sehr oft als “grüne Lunge unserer Erde” bezeichnet. Aber was hat es damit auf sich? Im Folgenden erfährst Du mehr über den Regenwald, seine entscheidende Rolle für unser Ökosystem und welchen Risiken dieses aktuell ausgesetzt ist.

Regenwald – der Name ist Programm

Tatsächlich trägt der Regenwald seinen Namen aufgrund der gleichmäßig über das Jahr verteilten und hohen Niederschlagsmengen. In einigen Gebieten entspricht diese Menge ungefähr 14 Badewannen voll Wasser pro m² im Jahr!

Jedoch verbirgt sich hinter dem Begriff „Regenwald“ nicht nur eine bestimmte Art Wald, sondern eine Vielzahl an Arten. Sie werden in tropische Regenwälder, Monsunwälder und subtropische Regenwälder unterteilt. Auch wenn sie sich je nach geographischer Lage unterscheiden, gibt es einige Gemeinsamkeiten. Nach diesen Merkmalen werden Wälder als Regenwälder eingeordnet:

  • Kaum Humusbildung  (Humus bezeichnet den zersetzten organischen Anteil im Boden)
  • Ganzjährig grün und feucht
  • Keine stark ausgeprägten Jahreszeiten, das Klima ist über das Jahr relativ konstant
  • Bestäubung der Pflanzen erfolgt überwiegend durch heimische Tiere
  • Wuchsformen wie Lianen, Moose und Epiphyten (das sind Pflanzen, die auf anderen Pflanzen wachsen)
  • verschiedene Bäume blühen zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr
  • Bäume sind speziell auf die herrschenden klimatischen Bedingungen angepasst und können sich kaum an andere Bedingungen, wie Frost und Trockenheit anpassen

Der Aufbau des Regenwalds und seine Bewohner

Grundsätzlich besteht ein Regenwald aus vier verschiedenen Stockwerken: der Bodenregion und Wasserwelt, einer Busch- und Strauchregion, darüber die Kronenregion und zu guter Letzt die alles überragenden Baumriesen als „Penthouse“. In jedem dieser Stockwerke leben auf die jeweiligen Bedingungen spezialisierte Bewohner, die Symbiosen mit anderen Bewohnern bilden. Diese Art der Zusammenarbeit sichert ihr Überleben im Regenwald. Als Bewohner gelten neben Pflanzen und Pilzen einige bekannte Tierarten wie unter anderem Chamäleons, Elefanten und Faultiere. Sowie Primaten zu denen Gorillas, Orang-Utans und einige weitere gehören. Auch Raubkatzen wie der Tiger oder Jaguar sind im Regenwald beheimatet. Ferner leben dort eine Vielzahl an Vogelarten, beispielweise Kolibris, Papageien und Tukane. Natürlich beherbergt der Regenwald noch viele weitere interessante und exotische Tiere.

Tukan im Regenwald

Tropenwald ist nicht gleich Regenwald

Häufig werden die Begriffe „Tropenwald“ und „Regenwald“ synonym verwendet. Allerdings beschreiben sie zwei unterschiedliche Formen von Wäldern. Regenwälder sind sehr feuchte Wälder und kommen nicht nur in tropischen Regionen vor, sondern zum Beispiel auch an der Westküste Kanadas. Während Tropenwälder nur entlang des Äquators liegen und sowohl feuchte als auch trockene Wälder umfassen. Tropische Regenwälder vereinen verschiedene Merkmale der beiden Formen.

Der tropische Regenwald und seine subtropische Verwandtschaft

Es gibt wie oben bereits erwähnt nicht nur Regenwälder in Tropenregionen, daher gibt es natürlich nicht nur tropische Regenwälder. Allgemein wird der Begriff Regenwald oft mit Tropischer Regenwald gleichgesetzt, da die subtropischen Regenwaldformen weniger bekannt sind.

Subtropische Regenwälder kommen in der gemäßigten Zone vor, insbesondere an der Westküste Nordamerikas, in Chile sowie auf Tasmanien und Neuseeland. Deshalb werden sie oft auch als gemäßigte Regenwälder bezeichnet. Obwohl ein subtropischer Regenwald viele Bäume aus normalen Laub- und Nadelwäldern der jeweiligen Region beinhaltet, ist seine Artenvielfalt wesentlich höher. Sie gelten als die artenreichsten Lebensräume ihrer Zonen.

Die Facetten des tropischen Regenwalds

Als tropischer Regenwald werden ausschließlich Wälder bezeichnet, die sich in der Klimazone der feuchten Tropen befinden. Sie umspannen unsere Erde wie einen Gürtel entlang des Äquators. Tropische Regenwälder reichen bis ungefähr zum zehnten Breitengrad, teilweise aber weit darüber hinaus. Du kannst sie in Süd- und Mittelamerika, Afrika, Südasien und Südostasien sowie Australien finden. Im Amazonasbecken befindet sich die größte zusammenhängende Fläche, die mehr als die Hälfte der Gesamtfläche aller tropischen Regenwälder ausmacht.

Zum tropischen Regenwald gehören eine Vielzahl an Waldtypen. Der Tiefland-Regenwald liegt bei einer Höhe von bis etwa 800 Metern. Des Weiteren gibt es den Berg-Regenwald bis zu einer Höhe von 1.500 Metern. Last but not least: der Wolken- und Nebelregenwald jenseits einer Höhe von 2.000 Metern. Du siehst also: der tropische Regenwald hat viele Facetten und jede davon ist auf ihre Weise beeindruckend schön.

Nebelregenwald

Multitalent – tropischer Regenwald

Die tropischen Regenwälder unseres Planeten sind in viele globale Kreisläufe eingebunden und übernehmen daher überaus wichtige Funktionen. Sie sind Speisekammer, Apotheke, Wasserspeicher und Klimaregulator in Einem.

Über 80 % aller weltweiten Nutzpflanzen sind tropischen Ursprungs. So zum Beispiel Kakao, Bananen oder Gummi. Nur ein kleiner Teil der vielen tropischen Pflanzen- und Tierarten sind erforscht, dennoch entstammen diesem kleinen Teil mehr als ein Viertel aller rezeptpflichtigen Medikamente.

Durch ihre Größe tragen sie die Feuchtigkeit eines Niederschlags über riesige Entfernungen landeinwärts, indem sie Regenwasser aufsaugen und es über die Blätter wieder ausschwitzen. Dabei entsteht ein eigener Wolken- und Verdunstungszyklus, der auch in weit entfernten Teilen für Regen sorgt. Dies bildet die Grundlage für biologisches Leben auch abseits des Regenwaldgebiets.

Photosynthese gegen den Klimawandel

Zudem spielen tropische Regenwälder eine wichtige Rolle als Klimaregulator, da sie hohe Mengen des weltweit erzeugten Kohlendioxid (CO2) aufnehmen und im Prozess der Photosynthese umwandeln. Die Photosynthese beschreibt einen chemischen Prozess, quasi den Stoffwechsel, einer Pflanze. Für diesen Prozess werden die folgenden Komponenten benötigt: Wasser (H2O) , Kohlendioxid (CO2) und Licht, welche reichlich im Regenwald vorhanden sind.

Das Wasser wird von der Pflanze in die Chloroplasten der Blätter, den Organellen in den Zellen der Pflanzen transportiert. An der Unterseite des Blattes befinden sich spezielle Zellen, die das Kohlendioxid aufnehmen. Das Chlorophyll, der grüne Farbstoff in den Blättern, absorbiert das benötigte Licht. Kohlendioxid, Wasser und Licht werden anschließend in Sauerstoff und Glucose umgewandelt. Die entstandene Glucose dient als Nahrung für die Pflanze. Der produzierte Sauerstoff wird wieder nach außen abgegeben. Das verbleibende Kohlendioxid wandelt sich in organische Kohlenstoffverbindungen und wird in der Biomasse gespeichert. Mithilfe dieses Prozesses wird die von Menschen verursachte globale Erwärmung gemindert.

Laut einer im Jahr 2020 veröffentlichen Studie speichern Regenwälder weniger CO2 als vor 30 Jahren. Grund hierfür ist die globale Erwärmung. Sollte diese Entwicklung weiter anhalten, könnten die Regenwälder bis 2035 sogar zu CO2 -Verursachern werden. Da es voraussichtlich häufiger zu Bränden im Regenwald kommen wird, wird das in der Biomasse gespeicherte Kohlendioxid wieder freigegeben. Dabei entstehen signifikante CO2-Emissionen in der Größenordnung von ein bis zwei Gigatonnen CO2 pro Jahr.

Der Regenwald in Gefahr

Leider gibt es viele Gefahren für unsere Regenwälder, Tendenz steigend. Je nach Region können diese variieren. Außerdem herrschen in vielen Regionen dieselben Missstände. Wir haben für Dich einen Überblick über die jeweilige Problematik in den einzelnen Regenwaldregionen zusammengestellt.

Asien

Mehr als die Hälfte des südostasiatischen Regenwalds ist bereits verschwunden. Die Entwaldungsraten in dieser Region sind die höchsten in den Tropen. Verantwortlich dafür sind Holzentnahmen und die Umwandlung zu sogenannten Cash Crops (für den Verkauf und Export bestimmte Anbaufrüchte, wie beispielsweise Kaffee oder Bananen) und Baumplantagen. Die Fläche der gerodeten Wälder könnte sich in den nächsten 20 Jahren verdoppeln, da vor allem in Indonesien ungefähr zwei Drittel der ehemaligen Waldflächen mittlerweile für Ölpalmen-Plantagen genutzt werden. Natürlich spielen auch steigende Armut und das Bevölkerungswachstum eine Rolle. Ein weiterer Faktor ist die Bedrohung der Wildtiere, die in Regenwäldern leben, da diese für die Gewinnung seltener Nahrungsmittel, traditioneller Medizin und Rohmaterialien gejagt werden.

Afrika

In Afrika führt das rapide Bevölkerungswachstum und die extreme Armut zu erheblichen Problemen für die dortigen Regenwälder. Hinzu kommen bewaffnete Konflikte und politische Instabilität. Daher sind die Regenwälder in Westafrika größtenteils verschwunden. Die übrigen großen Areale befinden sich in Zentralafrika. Da es in diesem Gebiet wenig Flüsse und Straßen gibt, ist auch der Zugang zu den Regenwäldern erschwert. Dies erhöht jedoch den Jagddruck in den erschlossenen und zugänglichen Gebieten enorm. Sollte es zu einem weiteren Ausbau der Infrastruktur vor Ort kommen und damit Bauern sowie Jägern der Zugang zu den Regenwaldgebieten ermöglicht werden, droht diesen Teilen des Regenwalds größte Gefahr. Die Nutzung für kommerzielle Zwecke und zur Versorgung mit Nahrung könnte zu einem weiteren Schwinden der Regenwälder führen.

Rodung im Regenwald

Amerika

Im Amazonasbecken befindet sich die Hälfte der weltweit verbleibenden Regenwälder. Das Hauptproblem dort ist die Umwandlung von Regenwäldern zu Agrarflächen. Insbesondere Kleinbauern nutzen diese Flächen für die Viehzucht und den Pflanzenanbau (z. B. Sojabohnenanbau). Aus diesem Grund findet ein stetiger Ausbau der Infrastruktur statt, um weitere Teile des Regenwalds zu erschließen. Die neuen Straßen konzentrieren sich in den Gebieten, wo Entwaldung und Holzentnahmen stattfinden sowie in Gebieten, die von Waldbränden zerstört wurden. Infolge der globalen Erwärmung und Entwaldung wird das regionale Klima trockener, was zu verheerenden Folgen für den Regenwald führen kann.

Schutzmaßnahmen für den Regenwald

Nachdem Du jetzt weißt, wie wichtig die Regenwälder für unser gesamtes Ökosystem sind und wodurch sie bedroht werden, listen wir hier einige Maßnahmen, die dabei helfen können, die Regenwälder zu schützen.

 Schutzgebiete

Schutzgebiete sind die wichtigste Maßnahme, um den Regenwald und seine Bewohner vor Rodung und Ausbeutung zu bewahren. Jedoch zeigen sich auch hier viele Probleme im Alltag. Wilderei und Grenzüberschreitungen erschweren den Parks und ihren MitarbeiterInnen die Arbeit erheblich. Weiterhin führt das Wachstum der Bevölkerung zu Flächenverlusten der Parks. Leider können solche Parks nur dann errichtet werden und den nötigen Schutz bieten, wenn hierfür ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Ohne eine stabile Finanzierung können viele Parks keinen ausreichenden Schutz der Vegetation und der vielen seltenen Tierarten im Regenwald gewährleisten. Die Einnahmen durch den Tourismus reichen oft nicht aus, um die Kosten solcher Schutzgebiete zu decken. Außerdem muss in einigen Fällen für AnwohnerInnen oder LandwirtInnen ein finanzieller Ausgleich geschaffen werden, weil sie durch die Errichtung solcher Gebiete auf Ressourcen, die sie zur Nahrungsmittelbeschaffung oder Bewirtschaftung genutzt haben, nicht mehr zugreifen können.

Regulierung

Schutzgebiete allein reichen nicht aus. Es ist zusätzlich wichtig, diese konsequent zu regulieren. Dafür ist eine funktionierende Kooperation von Politik und Parks notwendig sowie gut geschultes Park-Personal. Für die Holzentnahme existiert schon eine solche Regulierungen, nämlich das „Reduced-impact logging“ (RIL). Diese soll dabei helfen, Holzentnahmen weniger destruktiv zu gestalten und die dabei entstehenden Schäden für Böden zu reduzieren. Darüber hinaus können finanzielle Kosten der Holzentnahme mittels RIL gesenkt werden. Das einzige Problem hierbei ist, dass ein Großteil der Entnahmen auf illegale Weise und spontan erfolgt, und diese Regulierung gar nicht erst greifen kann.

Durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen konnte sowohl die Holzentnahme von geschützten Baumarten, als auch die Jagd und der Export von Tieren aus dem Regenwald eingedämmt werden. Trotzdem stellt dies keine langfristige Lösung für den inländischen Handel mit sogenanntem „Bushmeat“ (eine spezifische Bezeichnung aus Afrika für Wildtierfleisch aus dem Regenwald oder der Savanne) dar. Hier sind viele Regionen auf die Zusammenarbeit mit Holzunternehmen angewiesen, um den Transport von Fleisch und Jägern zu unterbinden. Zusätzlich wird der kommerzielle Handel mit Bushmeat verboten.

Tiger im Regenwald

Aufforstung

Aufforstungsprogramme können dort helfen, wo Regenwälder in naher Zukunft verschwinden werden oder bereits verschwunden sind. Oft sind die technischen Herausforderungen hierbei enorm, wodurch der gesamte Prozess verlangsamt wird. Das heißt jedoch nicht, dass man die Aufforstung des Regenwalds aufgeben sollte. Im Gegenteil: Es gibt viele Organisationen, denen Du finanziell oder mit ehrenamtlicher Arbeit hierbei unter die Armen greifen kannst!

 Life-Giving Forest e.V.

Ein Beispiel für so eine Organisation ist der Verein Life-Giving Forest e. V. aus Deutschland. Die Organisation hilft den Menschen vor Ort dabei, eigene Aufforstungsprojekte zu starten. Menschen mit und ohne Beeinträchtigung arbeiten gemeinsam an diesem inklusiven Projekt – hier wird also nicht nur für die Umwelt, sondern auch sozialgesellschaftlich nachhaltig gehandelt. Wenn Du mehr über Life-Giving Forest e.V. erfahren willst, schau Dir hier gerne den Jahresbericht an.

Wir wollen mit unserer Initiative Plantsome einen Beitrag für das Ökosystem und zur Wiederaufforstung leisten. Mit jedem Kauf eines Standsome spenden wir einen Teil des Erlöses an Life-Giving Forest e. V. Der Betrag pro Standsome reicht, um einen Baum zu pflanzen und ihn für ein Jahr zu pflegen. Jede Spende kommt direkt der Wiederaufforstung des tropischen Regenwalds zu Gute.

Hier findest Du noch weitere Möglichkeiten, wie Du Life-Giving Forest e.V. unterstützen kannst.

“What we are doing to the forests of the world is but a mirror reflection of what we are doing to ourselves and to one another.”

 M.Ghandi