Wenn Antriebslosigkeit die Oberhand gewinnt

Antriebslosigkeit

Wenn Antriebslosigkeit die Oberhand gewinnt

Du kennst es bestimmt: Es gibt hundert Dinge zu erledigen. Und da ist auch so viel, das Du eigentlich gerne machen würdest. Aber irgendwie kannst Du Dich einfach nicht dazu aufraffen. Stattdessen fühlst Du Dich schlapp und lustlos. Am liebsten würdest Du den ganzen Tag auf dem Sofa oder sogar im Bett verbringen. Hinzu kommt diese fürchterliche Müdigkeit, die auch nach dem zweiten Kaffee nicht so richtig weggehen will.

Hier geht es um mehr, als bloß Faulheit, denn Du fühlst Dich selbst nicht wohl damit und hast vielleicht sogar ein schlechtes Gewissen. Das kommt Dir bekannt vor? Dann leidest Du womöglich unter Antriebslosigkeit. In diesem Artikel erfährst Du, welche Ursachen dahinter stecken und wie Du wieder richtig auf die Beine kommst!

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Ursachen

Es gibt eine Vielzahl möglicher Ursachen für Deine Antriebslosigkeit. Man kann sie  jedoch in zwei große Kategorien unterteilen: Psychische Ursachen und körperliche Ursachen. Beide erläutern wir im Folgenden etwas genauer.

Psychische Ursachen

Stress

Die häufigste psychische Ursache für Antriebslosigkeit ist Stress. Die Reaktion Deines Körpers ist eine ständige Anspannung.  Dieser Zustand verbraucht sehr viel Energie, die Dir dann für anderes fehlt.

Stress kann entstehen, wenn Du mit bestimmten Bereichen Deines Lebens überfordert bist oder Unausgeglichenheit Deinen Alltag fest im Griff hält. Eine angespannte Familiensituation kann Dich genauso stressen, wie eine unklare Zukunft oder andere Ängste.

Ein weiteres typisches Beispiel für einen Stressauslöser ist das unausgewogene Verhältnis zwischen Privatem und Beruf. Diese Unausgeglichenheit löst bei Dir den Wunsch aus, Dich zu entspannen, eine Pause zu machen oder auch zu schlafen. Hauptsache die Arbeit nimmt nicht mehr all Deine Kraft in Anspruch.

Ganz wichtig an dieser Stelle: Auch scheinbar unwichtige Dinge können Dich unterbewusst stressen und somit Deine Energie rauben. Wenn Du merkst eine “kleine” Sache ist der Auslöser, solltest Du für Dich einstehen und sie so gut wie möglich aus Deinem Leben gehen lassen.
Jeder Mensch reagiert mit einem unterschiedlichen Stresslevel auf einen bestimmten Umstand. Höre nicht auf Aussagen wie: “Stell Dich nicht so an!” oder “Und sowas stresst Dich? Was soll ich dann erst sagen?!”. Du weißt am besten, was gut für Dich ist.

Dauert der Stress nämlich über einen längeren Zeitraum an, so hat das negative Auswirkungen auf Deine Gesundheit und Dein Wohlbefinden. Du bist Dir noch nicht ganz sicher, ob Stress der Grund für Deine Antriebslosigkeit ist? Dann schau Dir kurz diese möglichen Auswirkungen an:

  • Veränderung des Schlafverhalten, Schwierigkeiten morgens aufzustehen
  • Appetitlosigkeit
  • Beeinträchtigung der Beziehungen
  • Gefühl von Überforderung
  • Konzentrationsprobleme

Kommen sie Dir bekannt vor? Dann ist Stress vielleicht wirklich der Auslöser für Deine Antriebslosigkeit.

Umwelteinflüsse

Es wird langsam Herbst oder Winter und Du bemerkst immer öfter eine auftretende Antriebslosigkeit?
Das dunkle und graue Wetter kann durchaus ein Grund für Antriebslosigkeit sein und Einfluss auf Deine Stimmung nehmen!

Amtrieblosigkeit - Winterblues

In der kalten Jahreszeit werden die Tage kürzer und die Zeit, in der Du Tageslicht abbekommen kannst, noch weniger. Je dunkler die Umgebung ist und je weniger Tageslicht in Dein Gesicht scheinen kann, desto mehr schüttet das Gehirn das Hormon Melatonin aus. Dieses Hormon bereitet Dir normalerweise einen guten Schlaf. Im Winter verwirrt die zunehmende Dunkelheit am Tag Dein Gehirn, sodass es denkt, es sei Nacht.

Es gibt sogar einen Namen dafür: die sogenannte Winterdepression.
Bei manchen Menschen kann es im Winter tatsächlich zu einer “saisonal abhängigen Depression” kommen. Bei Anderen ist es allerdings eher eine vorübergehende Verstimmung. Eine Verstimmung ist nicht das gleiche, wie eine “richtige” Depression und sollte diese ernstzunehmende Krankheit nicht verharmlosen! Sei also vorsichtig im Umgang mit dem Wort Winterdepression. Bekannt ist auch die Bezeichnung Winterblues, die die leichte Verstimmung in den kalten Wintermonaten besser beschreibt.

Weitere psychische Ursachen können sein:

  • Allgemeine Frustration über das Leben
    Unterbewusst stellst Du Dir Fragen wie: Warum sollte ich mich bemühen, in dem was ich tue? Wieso sollte ich mir Ziele setzen, wenn ich diese eh nie erreichen werde? Was ist der Sinn dahinter?
  • Übermäßiger Konsum von Alkohol und Drogen
    Diese lösen kurzzeitige Glücksgefühle in Dir aus. Du bekommst aber keinen Ansporn, Dir diese Glücksgefühle über andere Wege zu “erarbeiten”. Schlimmer noch: auf Dauer betäubst Du Dich mit Alkohol, während Drogen wie Ecstasy Dir vorgaukeln, voller Energie zu sein.
  • Burnout-Syndrom
    Hierbei geht es nicht vorrangig darum, dass Du Dich überfordert fühlst und im Stress versinkst. Vielmehr erleidest du einen Burnout, wenn Du keinen Sinn in deiner Tätigkeit siehst.
  • Schizophrenie und klinische Depressionen
    Solche schwerwiegenden psychischen Erkrankungen solltest Du therapeutisch behandeln lassen. Suche Dir Hilfe und Unterstützung bei Deinen Mitmenschen und Ärzt*innen!

Körperliche Ursachen

Als häufigste körperliche Ursache für Antriebslosigkeit gilt Bewegungsmangel. Der Körper wird nicht genug gefordert, sodass unsere Muskeln erschlaffen. Dadurch schwindet unsere Kraft und Ausdauer. Bereits kleinere Hürden im Alltag fühlen sich anstrengend an, weil der Körper nichts mehr gewohnt ist.

Neben Bewegungsmangel können diese körperliche Ursachen hinter Deiner Antriebslosigkeit stecken:

  • Mangel an Nährstoffen
    Einige Nährstoffe sind besonders wichtig für die verschiedenen Funktionen Deines Körpers. Der Mangel von Vitamin B12, Eisen oder Jod könnte ausschlaggebend für Deine Antriebslosigkeit sein.
  • Vitamin-D-Mangel
    Leidest Du unter Vitamin-D-Mangel bedeutet das, dass Du zu wenig Sonnenlicht abbekommen hast. Aus diesem Grund fährt Dein Körper seinen Energieverbrauch zurück.
  • Flüssigkeitsmangel
    Dein Blut wird dicker, wenn du zu wenig Flüssigkeit zu Dir nimmst. Dadurch wird weniger Sauerstoff zu Deinen Zellen transportiert und das Herz muss mehr Energie aufwenden und den Blutkreislauf aufrecht zu erhalten. Beides raubt Dir Energie.
  • Schlafmangel
    Deine Schlafqualität ist entscheidend für Dein Wohlbefinden. Spätes Einschlafen, häufiges Aufwachen und zu kurzer Schlaf lassen Dich müde und angestrengt durch den Tag gehen. Im Schlaf regeneriert sich Dein Körper und wenn Du zu wenig schläfst, ist dieser wichtige Prozess gestört.
  • Stoffwechselerkrankungen
    (z.B. Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes mellitus)
    Sie sorgen für die Abnahme Deiner Leistungsfähigkeit allgemein, machen Dich müde und schlapp.
  • Bakterielle oder virale Infektionen
    All Deine Energie wird gerade in das Immunsystem und die Bekämpfung der Infektion gesteckt. Kein Wunder, dass Du für andere Tätigkeiten keine Kraft übrig hast!
  • Krebserkrankungen
    Je nach Krebsart kann es dazu kommen, dass Du nicht mehr in der Lage bist, Deinen Alltag ohne Hilfe zu meistern. Lungenkrebs führt dazu, dass Du bereits durch geringe körperliche Anstrengung aus der Puste gerätst. Beides kann zu Antriebslosigkeit führen.

Das kannst Du gegen Antriebslosigkeit tun

Bei psychischen Ursachen:

  • Gönn Dir ab und zu etwas Ruhe, wenn sich Körper und Geist danach sehnen. Nimm Dir eine Auszeit vom Stress und genieße bewusst die schönen Dinge des Lebens!
  • Plane Dinge voraus, auf die Du Dich freust! Nutze Deine Zeit sinnvoll und beschäftige Dich, um nicht in einen Trott zwischen Sofa und Bett zu geraten. Verliere Dich nicht in einer Spirale der Prokrastination! Dazu hilft es dir, eine Liste zu schreiben, mit allen Dingen und Tätigkeiten, die Dich glücklich machen. Diese Liste schreibst Du am besten, wenn Du gerade gut gelaunt bist und Dir viele Beispiele einfallen. Mit der Zeit kannst Du sie immer weiter ergänzen und aktualisieren.
  • Setze Prioritäten! Lass Dich nicht von vielen kleinen Aufgaben überfordern, sondern erledige eins nach dem anderen. Setz Dir dabei kleine Ziele und übertrage weniger dringende Aufgaben auch ruhig mal an andere.
  • Versuche Dich so oft und lange, wie möglich Tageslicht auszusetzen. Durch das Tageslicht tankst Du außerdem Vitamin D. Dieses Vitamin sorgt nachweislich für eine bessere Stimmung.  Ist das mit Deinem Zeitplan einfach nicht vereinbar? Dann überlege Dir, eine Tageslichtlampe auszuprobieren. Sie strahlt Licht in einer Stärke aus, die dem natürlichen Tageslicht sehr nahe kommt.
Antrieblosigkeit - Tageslicht
  • Bei Unzufriedenheit mit dem Leben allgemein solltest Du Dich fragen: Was stört mich denn überhaupt an meinem Leben? Was kann ich ändern?
    Wenn Du es herausgefunden hast, solltest Du über eine Veränderung nachdenken. Manchmal kann es helfen, Deinen Job zu wechseln, umzuziehen, eine Beziehung zu beenden, oder die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper anzugehen. Es können auch Kleinigkeiten sein, die Du verändern kannst, um Deiner Antriebslosigkeit den Garaus zu machen.
  • Lasse Dich von Rückschlägen nicht runterziehen, sondern lerne Schritt für Schritt, mit Niederlagen im Leben umzugehen! Behalte dabei auch Deine mentale Stärke im Blick!
  • Versuche Digital Detox. Oder anders gesagt: Reduziere Deine Zeit am Smartphone, Tablet oder Laptop. Diese Zeit kann die Stimmung senken. Wenn Du durch Deinen Beruf viel Zeit am Bildschirm verbringst, plane regelmäßig Pausen ein und mache sie auch!
    Am Feierabend kannst Du außerdem anderen Tätigkeiten, etwa Hobbys, Freunde treffen, etc… nachgehen. Weniger Bildschirmlicht am Abend wird auch Deinem Schlaf sicherlich gut tun.
  • Drogen. Unabhängig davon, welche Ursachen dazu geführt haben, dass du eine psychische und körperliche Abhängigkeit entwickelt hast, gilt es schnell zu handeln. Wenn Du allein mit Deiner Willenskraft und Deinem Verhalten den Konsum auf ein Minimum herunterfahren kannst, ist das der erste Schritt. Wenn dies nicht funktioniert, solltest Du Dir schnellstmöglich professionelle Hilfe suchen. Eine Therapie oder ein Aufenthalt in einerEntzugsklinik kann Deine Sucht behandeln.
    Die nötige Beratung und Information erhältst Du bei Drogen- bzw. Suchtberatungsstellen, Suchtkliniken und Ärzt*innen.
  • Bei einem Burnout ist es besonders wichtig auf Deine Bedürfnisse zu achten und sie angemessen zu erfüllen. Gehe liebevoll mit Dir um, schalte einen Gang zurück und mache Pausen. Es fällt Dir vielleicht nicht immer leicht, aber wenn Du die Erwartung an Dich und Deine Leistung senkst, entstresst das Deinen Alltag ungemein.
  • Depression. Gehe offen mit Deinen Problemen und Gedanken um. Du musst Dich nicht schämen oder schlecht fühlen! Wenn du den Verdacht einer Depression hast, ist das Gespräch mit einem Arzt oder Psychotherapeuten Deines Vertrauens unverzichtbar.

Bei körperlichen Ursachen:

  • Sorge im Alltag für mehr Bewegung! Fahr doch mal mit dem Fahrrad zur Arbeit oder verzichte auf das Auto und gehe kürzere Strecken. Auf der Arbeit kannst Du nach einer längeren Sitz-Dauer aufstehen und im Stehen weiter arbeiten. Ein Stehschreibtisch kann dabei ein hilfreiches Gadget sein.
  • In Deiner Freizeit kannst Du wandern, joggen oder schwimmen. Probiere aus, was Dir Spaß macht. Vielleicht gewinnst Du dabei sogar ein neues Hobby und Freundschaften dazu!
  • Bekämpfe Deinen Bewegungsmangel durch Krafttraining, um die unterforderten Muskeln wieder auf Trapp zu bekommen. Fange unbedingt langsam an und steigere Dich mit der Zeit. Zu Beginn kann es außerdem hilfreich sein, einen Trainer zu haben. So lernst Du die richtige Ausführung der Übungen.
  • Achte auf eine ausgewogene Ernährung! Deine Mahlzeiten sollten bunt und abwechslungsreich sein. Du musst nicht zu einem Ernährungsberater werden, aber ein bisschen Wissen schadet nie. Mache Dir selbst ein Geschenk, indem du mehr Frisches kaufst, selbst kochst oder Dich von einem neuen Kochbuch inspirieren lässt.
  • Nimm genug Flüssigkeit zu Dir! Greife dabei am besten zu Wasser oder ungesüßtem Tee. Viel trinken ist generell gut für Deinen Körper, denn er besteht zum Großteil daraus. Biete Deinem Körper regelmäßig Flüssigkeit an. Stell Dir zum Beispiel immer eine Flasche mit Wasser auf den Schreibtisch. Du wirst sehen, mehr zu trinken ist nicht so schwer.
Antriebslosigkeit - Trinken
  • Schlafe ausreichend lang! Dadurch tankst Du Energie für den Tag. Orientiere Dich dabei an der Natur und Deiner inneren Uhr. Gehe schlafen, wenn Du müde bist und reduziere dafür langsam die Helligkeit. Simuliere so zu sagen einen Sonnenuntergang und vermeide helles blaues Licht, wie das von Bildschirmen. Um besser ein- und durchzuschlafen gibt es Unmengen an Tipps.
  • Bei einer körperlichen Erkrankung als Ursache führt kein Weg vorbei, diese Krankheit behandeln zu lassen, um die damit einhergehende Antriebslosigkeit zu bekämpfen. Stoffwechselerkrankungen, hoher oder niedriger Blutdruck und Infektionen können gut behandelt werden. Schäme Dich nicht für Deine Probleme, sondern sprich darüber. Etwas zu verschweigen oder zu ignorieren kann insbesondere bei einer ernsten Krankheit sehr gefährlich werden.

Wichtig!

Nimm das Problem ernst! Wenn die Antriebslosigkeit selbst nach Umstellung Deines Alltags die Überhand hat, dann solltest Du Hilfe bei einem Arzt oder einer Ärztin suchen. Es könnten Erkrankungen hinter der Antriebslosigkeit stecken, die Du nicht alleine bekämpfen kannst oder solltest!

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